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Der Traum ist noch nicht aus 0

Die deutsche Floorball-Nationalmannschaft kann wieder träumen: Mit einem deutlichen 10:2-Erfolg gegen Österreich im zweiten Spiel der WM-Qualifikation meldet sich das junge Team im Kampf um das WM-Ticket zurück. Nach der Pflichtaufgabe gegen tapfer kämpfende und diszipliniert verteidigende Österreicher bleibt nur die Frage, ob die Tordifferenz hoch genug ausgefallen ist?

Rechenspiele: Das deutsche Team steuert ja bekanntlich auf Platz drei in der Qualifikationsgruppe zu. Und da die besten beiden Dritten der vier europäischen Quali-Gruppen sich auch für die WM-Endrunde bereit machen dürfen, lohnt so langsam der Blick auf die anderen Gruppen: In Lettland sind der Gastgeber sowie Norwegen auf Kurs, lächzender Dritter könnte hier Italien werden, die bislang Lichtenstein mit 8:2 besiegten. Die Ungarn könnten noch aufholen, haben aber gegen die Gruppenprimaten schon kräftig eingeschenkt bekommen – 3:23 gegen Norwegen und 2:9 gegen Lettland. In den anderen beiden Gruppen wird erst seit Mittwoch gespielt. Aus Polen und der Slowakei wird aktuell entsprechend undeutlich gefunkt, wir bleiben aber dran. Mehr Infos: www.floorball.org

Nackte Zahlen: Deutschland – Österreich 10:2 (3:0, 3:1, 4:1), 29. Januar, 12 Uhr: 4.57 1:0 Manuel Mucha (Benjamin Borth), 14.08 2:0 Alexander Burmeister (Joel Gysin), 14.53 3:0 Jonas Hoffmann (Tino von Pritzbuer), 28.52pp. 4:0 Alexander Burmeister (Matthias Siede), 30.59 5:0 Matthias Siede (Manuel Mucha), 33.01 5:1 Colin Sprecher (Timo Schmid), 34.08 6:1 Dominic Mucha (Manuel Mucha), 46.48 7:1 Joel Gysin (Manuel Mucha), 48.00 8:1 Dominic Mucha, 50.40 9:1 Janos Bröker (Matthias Siede), 53.53 10:1
Alexander Burmeister (Maximilian Falkenberger), 58.09 10:2 Kein Torschütze (komischer Name)

Auffassungen: Der frühere deutsche Nationaltrainer Lutz Gahlert, der inzwischen gemeinsam mit Renato Wyss für Österreich an der Bande steht, war durchaus zufrieden mit der Partie. Eine disziplinierte und gut organisierte Defensivleistung, attestierte Gahlert seinem vor einem Jahr ziemlich neu zusammengestellten Team. Philippe Soutter, ein Schweizer im Dienst von Floorball Deutschland, konnte das Auftreten der Österreicher nicht recht ernst nehmen: „Die Mannschaft wäre nicht so schlecht, müssten sie nicht so spielen.“

Fehlende Handgreiflichkeiten: Zum einen waren beide Mannschaften vollends im sportlich fairen Rahmen unterwegs – keine rüden Fouls, wenig harte Attacken, stattdessen sympathisch viel Fairplay. Zum anderen verpassten die beiden österreichischen Coaches den Moment, dem siegreicheren Trainer nach der Partie zu gratulieren. Ehrenrettung: Aber es herrscht in Nijmegen ja auch Erkältungswetter. Ein paar Grad über null und ein bisschen feucht. Da rät jeder Hausarzt: Vorsicht für Schmierinfektionen, und die lauern ja gerade beim Händeschütteln.

Der doppelte Mucha: Daran hat sich die Floorballwelt gewöhnt. Mucha auf Mucha, Tor. Ob Dominic Mucha auf Manuel Mucha oder umgekehrt, dass wird meist erst durch den genetischen Fingerabdruck am Stock ausfindig gemacht. Neu seit Minute 58. im Spiel gegen Österreich: Zweimal das exakt gleiche Tor, dass zweimal nicht gegeben wird. Die Schiedsrichter monierten zweimal die nicht korrekte Ausführung der Mucha-Mucha-Freischlagvariante. Mit Blick auf das so wichtige Torverhältnis doppelt schade.

Bankreserven: Mitte des Mitteldrittels durften die Ergänzungsspieler ran. So feierten Torben Kleinhans und Felix Irrgang ihre Quali-Premiere und auch Schuschy durfte bei drei Shifts in Reihe Angst und Schrecken in den rot-weiß-roten Reihen verbreiten. Bemerkenswert: Alle Reingeworfenen ballerten auf das Gehäuse der Österreicher, als gebe es kein Morgen mehr. Soutter war voll des Lobes, stellte aber im dritten Drittel dann doch auf zwei Reihen um, was Schuschy und Co. wieder raus rotierte. Der Bundestrainer: „Ich habe mich bei den Jungs entschuldigt. Aber was sollen wir machen.“

Man of the match: Dies wurde Joel Gysin, nicht zu unrecht auch. Aber hervortun konnte sich nicht zuletzt der frühere Schriesheimer Alexander Burmeister, der seit dieser Saison bei der U21 des Schweizer Rekordmeisters Wiler-Ersigen spielt. Dreifach traf der 18-Jährige gegen die Österreicher. Auf die Frage, ob denn noch alte Kumpels aus Baden-Württemberg für die Spiele am Freitag und Samstag anreisen, antwortete er keck: „Nee, dass ist jetzt zu weit. Aber die kommen im Dezember nach Göteborg.“

Stimmung: Die ist richtig gut, wenn die Niederländer spielen. Bei den jeweils um 19 Uhr ausgetragenen Spiele der Oranjes sind es schon über 300 Fans, die ordentlich Rabatz machen. Das deutsche Team freut sich drauf, wenn am Donnerstagabend das atmosphärische Duell gegen die Gastgeber ansteht.

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