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Wieder ein Krimi 0

Die Stimmung beim Frühstück war am Freitagmorgen deutlich gelöster. Die deutsche Herren-Nationalmannschaft atmete nach dem ersten Sieg bei der Floorball-Weltmeisterschaft im schwedischen Göteborg sichtbar auf.

Im ersten Spiel der Platzierungsrunde um die Ränge neun bis zwölf gewann Deutschland am Donnerstagnachmittag gegen die USA mit 6:5 nach Verlängerung. Damit geht es am Freitag um 13 Uhr in das finale Match um den 9. Platz. Dort muss das Team des Bundestrainers Philippe Souter gegen die Slowakei ran.

Nach der unglücklichen Niederlage im Playoff-Duell um die Viertelfinal-Teilnahme gegen Dänemark (3:3, 1:2 nach Penaltyschießen) war die Stimmung auf dem Tiefpunkt, gab die Mannschaft zu. Am morgen danach keine Späße und lange, müde Gesichter. Viele hatten gar nicht viel geschlafen. Der Sudden-Death-Erfolg gegen die US-Amerikaner war Balsam und sollte neue Motivation für das letzte WM-Spiel geben.

Auch Soutter war wieder gut gelaunt und stolz auf seine Schützlinge. Wenn gleich der 52-Jährige im Match gegen die USA zu Beginn das schlechteste Drittel sah, was er je als Bundestrainer erlebt habe.

Nach 6:49 Minuten lag seine Mannschaft mit 0:1 zurück. Aber Maximilian Falkenberger (Kaufering) glich nach Vorlage von Manuel Mucha zum 1:1-Pausenstand aus. Erneut legte die USA im zweiten Durchgang vor (25. Minute). Alexander Burmeister (Schriesheim) nutzte wenig später ein Zuspiel von Jonas Bröker (Bonn) zum 2:2 (32.) und Bröker selbst erzielte mit einem Alleingang nur drei Minuten später erstmals die Führung. Die hatte nicht lange bestand. Die USA antwortete mit dem 3:3 (37.).

Im letzten Abschnitt setzte Soutter, der nun seit dem Zwischenrundenspiel auf Center Sascha Herlt (Weißenfels) aufgrund einer Knieverletzung verzichten muss, dann wieder auf Tino von Pritzbuer (Kaufering). „Ich wollte ihn ein bisschen schonen“, begründete Soutter, „aber er brachte dann noch einmal Feuer ins Spiel.“ Zwar knipste der 18-Jährige dieses Mal nicht selbst, aber zwei seiner Aktionen leiteten deutsche Treffer ein.

Falkenberger (45.) und Bröker (46.) erzielten mit einem Doppelschlag das 5:3. Doch der zwei Tore-Vorsprung sollte wie schon gegen Dänemark wieder nicht reichen. Die USA verkürzten in der 51. Minute und waren nach einem zweiten erfolgreichen Konter wieder gleich auf (57.). Erneut ging es also in eine Verlängerung. Hier war avancierte Burmeister zum Matchwinner.

Jetzt geht es wieder in die Hauptarena, das Scandinavium. Die Slowakei ist nach Ansicht von Coach Soutter erneut ein schwerer Gegner. „Es wird entscheidend sein, wer die letzten Kraftreserven besser mobilisieren kann. Wir sind da nach den intensiven Spielen gegen Finnland, Schweden und Lettland sicherlich nicht unbedingt im Vorteil. Aber der erkämpfte Sieg gegen die USA sollte die nötige Motivation bringen.“

Das bringt auch Matthias Siede zum Ausdruck. Der Verteidiger des UHC Weißenfels sagt: „Wir holen jetzt das letzte aus uns heraus und wollen den neunten Platz perfekt machen.“ Ein Duell, das es laut IFF-Datenbank in den vergangenen zehn Jahren nicht gab. So gesehen, ein unbekannter Gegner, der aber nicht zu unterschätzen ist. Gegen die USA gewann die Slowakei in der Vorrunde mit 4:2 und Kanada wurde mit 5:3 bezwungen.

 

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