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“Wir könnten mit der Schweiz auf gleichem Niveau agieren” 4

Am zurückliegenden Februarwochenende nahm die deutsche U19 Herren-Nationalmannschaft am Polish Cup teil. Dieses hochkarätig besetzte Turnier diente als direkte Vorbereitung für die U19 Herren-Welmeisterschaft vom 29. April bis 3. Mai im schwedischen Helsingborg. U19-Bundestrainer Thomas Berger hilft im Interview für floorball.de uns, die teils überraschenden Resultate einzuordnen:

Thomas Berger, die deutsche U19 Herren-Auswahl konnte beim Polish Cup durchaus überraschen. Wie wertest du die Tatsache, dass gegen ein Weltspitzenteam wie die Schweiz beim 3:4 ein Punktgewinn zumindest greifbar war und am ersten Tag gleich noch mit einem 7:4-Sieg gegen Norwegen nachgelegt werden konnte? Der Sieg war der erste gegen Norwegen überhaupt.

Resultate sind immer auch ein Abbild der erbrachten Leistung. Insofern können wir bei 4 von 5 Spielen mit der gezeigten Leistung recht zufrieden sein. Einzig das Spiel gegen Polen ist uns gar nicht gelungen. Da haben wir es nicht geschafft, die erwartete Leistung abzurufen. Gegen die anderen A-Divisions-Teams konnten wir durchs Band mithalten und Norwegen gar schlagen. Wir haben knappe Resultate erzielt und sehen so, dass wir nahe dran sind, aber für den letzten Schritt noch einiges investieren müssen.

Mit der Schweiz hast du große Erfolge gefeiert. Seit über einem Jahr bist du nun der U19 Trainer bei Floorball Deutschland. Worin unterscheiden sich die aktuelle deutsche Juniorengeneration mit jener der Eidgenossen?

Die Voraussetzungen sind komplett verschieden. In der Schweizer U19 – notabene dem Vizeweltmeister – gehören alle Spieler dem Kader eines NLA-Teams oder eines U21A-Teams an. Das heißt, sie trainieren drei bis fünf Mal in der Woche und spielen auf höchstem Niveau mit. Dazu haben sie als Nationalmannschaft deutlich mehr Termine zusammen als wir das mit unserem Team haben können.

Ich bin überzeugt, dass unsere Spieler mit den gleichen Voraussetzungen zu deutlich besseren Leistungen fähig wären und auf gleichem Niveau agieren könnten.

Zurück zum Polish Cup: Nach den tollen Ergebnissen am Auftakttag gab es mit der 4:7-Niederlage gegen Polen und dem Unentschieden gegen Dänemark sowie der 3:4-Niederlage gegen Lettland Rückschläge. Oder bist du vielleicht ganz froh, dass den Jungs ein wenig die Flügel gestutzt worden sind?

Ich sehe die weiteren Resultate nicht als Rückschläge. Einzig die Leistung gegen Polen war ungenügend und wurde mit der einzigen klaren Niederlage bestraft. Gegen Dänemark – den Turnierzweiten und Hauptkonkurrent auf einen Aufstieg in die A-Division – haben wir ein gutes Unentschieden gespielt. Mit etwas mehr Cleverness können wir dieses Spiel auch gewinnen. Man darf nicht vergessen, dass außer den Dänen alles Nationalteams aus der A-Division unsere Gegner waren. Mit der erwähnten Ausnahme gegen Polen waren wir überall nahe dran und wir konnten eine mehrheitlich gute Leistung abrufen.

Mit welchen Erwartungen bist du in das Turnier gegangen und was wurde davon erfüllt?

Unser ganzer Fokus lag bei diesem Turnier auf der Stabilisierung des Defensivverhaltens. Das ist uns recht gut gelungen. Im Durchschnitt liegen wir bei 4,8 Gegentoren. In diesem Punkt war nur der Turniersieger Schweiz besser als wir. Das müssen wir trotzdem noch etwas verbessern, dann ist es eine gute Basis für einen erfolgreiche WM. Die Offensive haben wir bewusst nicht angeschaut. Trotzdem hat diese mit durchschnittlich 4,4 geschossenen Toren auch schon recht gut geklappt. Aber hier haben wir nun das größte Potential zur Verbesserung. Darum werden wir uns in der direkten WM-Vorbereitung kümmern.

Insgesamt sind wir so zufrieden wie unsere Leistungen in Polen waren – unkonstant.

Wie lautet deine Zielstellung für die WM im Helsingborg und wie willst du diese mit der Mannschaft erreichen?

Unser aller großes Ziel ist der Aufstieg in die A-Division. Das ist ein hohes Ziel, welches klar erreichbar ist. Die Vorraussetzung ist dazu, dass alle an der WM Beteiligten – Spieler und Staff – in Helsingborg ihre bestmögliche Leistung abrufen können. Dazu müssen wir in der verbleibenden Zeit noch viel investieren. Wir sind sehr überzeugt, dass die Spieler den momentanen Stand richtig einschätzen können und nun die noch vorhandenen Defizite aufarbeiten werden um sich dann an der WM mit einem Aufstieg zu belohnen.

 

 

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