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Schicksalsschlag wirft Manuela Wagener nicht aus der Bahn 3

Am Montag, den 23. Februar, wurde via floorball.de vermeldet, dass Schatzmeisterin Manuela Wagener krankheitsbedingt für unbestimmte Zeit ausfallen würde. Hinter dieser Nachricht steckte ein Schicksalsschlag, der nicht wenige aus der Bahn geworfen hätte. Nicht aber Manuela Wagener, die seit ihrer gut überstandenen Operation mit Floorball Deutschland große Pläne hat.

Manuela, der 21. Februar 2015 veränderte dein Leben. Was ist passiert und wie ist es dir seither ergangen?

Am 21.2.2015 erlitt ich auf dem Floorball-Spielfeld als Goalie einen epileptischen Anfall. Der Grund dafür war recht schnell gefunden: in meinem Kopf befand sich ein gutartiger Tumor. Das Ding war fast floorballgroß. ich war also ganz offensichtlich nachhaltig von unserer Sportart besessen. Die Trennung erfolgte schnell, ich sehe noch ein “wenig” deformiert aus, aber das bessert sich von Tag zu Tag.

Mein Kopf ist freier als vorher, ich genieße es sehr, wieder befreit denken zu können. Das Thema Epilepsie wird mich wohl ein Leben lang begleiten, aber – hey, ich lebe, ich kann meine Kinder aufwachsen sehen, mit meinem Mann alt werden!! Alles andere ist unwichtig.

Meine Motorik ist ein wenig eingeschränkt, aber das fällt unter Jammern auf verdammt hohem Niveau. Einige Dinge gehen weit schneller als vorher, andere Dinge werden aufgrund meiner derzeitigen körperlichen Schwäche etwas länger dauern.

Ich danke dem neurochirurgischen OP-Team des Friederikenstiftes in Hannover um Herrn Prof. Dr. Zumkeller und dem Team der Station 4Ost für die hervorragende Betreuung.

Anstatt deine ehrenamtliche Arbeit für Floorball Deutschland zu reduzieren, was wohl jeder verstehen könnte, willst du nun, wie es aus dem Vorstand hieß, richtig Gas geben. Was sind deine Ziele, die du dir für die mittlere bis längerfristige Zukunft steckst?

Mein oberstes Ziel ist es, die Verbandsarbeit von Floorball Deutschland weiterhin zu professionalisieren, die Finanzen des Verbandes komplett zu sanieren und unseren Sport in Deutschland bekannter zu machen. Eine feste Verankerung von Floorball im Schulsport zu erreichen wäre schön, ich denke, wir sind da auf einem guten Weg. Wir hatten am 13.03.15 eine sehr konstruktive Vorstandssitzung, in welcher wir viele neue Ideen gesammelt haben, die Szene kann gespannt auf die zukünftige Entwicklung sein!

Elke Scholz war gerade bei den Special Olympics und hat viele neue Eindrücke gesammelt und das Thema Inklusion im Sport wird für mich aus persönlichen Gründen zukünftig sehr, sehr wichtig. Die Special Olympics 2016 finden in Hannover statt, auf dieses Event freue ich mich schon jetzt sehr.

Inwieweit kann das, was du erlebst hast, für andere beispielhaft sein? Gerade vor dem Hintergrund, dass viele, viele Vereine, die meisten Landesverbände und auch Floorball Deutschland in nahezu allen Bereichen Schwierigkeiten haben, Personal für ehrenamtliche Aufgaben zu gewinnen. 

Ganz ehrlich? Die Arbeit im Ehrenamt kann unglaublich motivierend und gut für die eigene Psyche sein. Ich bin aber allgemein eher überengagiert. Ich bin Elternbeirat im Kindergarten, engagiere mich im lokalen Siedlerverein (nicht so spießig wie es sich anhört 😉 ), stehe einem Floorballverein vor, bin im niedersächsischen Floorball Landesverband tätig und habe mein Engagement auf den Bundesverband ausgeweitet. Also bin ich ein klassischer “Gutmensch” oder ein hoffnungslos naiver Idealist – ich bevorzuge die zweite Option ;-).

Etwas für andere Menschen zu tun, Ihnen zu helfen, löst einfach unglaublich gute Gefühle aus. Ich habe den Eindruck, diese Botschaft muss in der Gesellschaft einfach besser kommuniziert/transportiert werden. Das australische und auch das (mir persönlich zu pathetische) amerikanische Ehrenamtsmanagement könnte in dieser Hinsicht auch für Deutschland vorbildlich sein.

Gerade vor dem Hintergrund einer Gesellschaft, die auf Überalterung zusteuert, wird es in Zukunft immer wichtiger werden, dass sich jeder einzelne für seine Mitmenschen engagiert und interessiert. Wir können alle so viele Dinge voneinander lernen – lasst uns endlich damit anfangen 😉

Im Krankenhaus z.B. hatte ich unglaublich tolle, würdevolle und willensstarke ältere Damen bei mir im Zimmer, ich empfand es als wahnsinnig motivierend für mich selbst, ihren Genesungsprozess zu beobachten und unterstützen zu können, sobald ich etwas mobiler war.

Engagement im Ehrenamt gibt vieles zurück, diese Botschaft muss in den Köpfen verankert werden. Wenn ich selbst dazu beitragen kann, freue ich mich.

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