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“Es geht mir um die Arbeit” 1

Nach dem überraschenden Rücktritt von Elke Scholz als Präsidentin von Floorball Deutschland hat sich Sebastian Döring bereit erklärt, als Interimsvizepräsident in den Geschäftsführenden Vorstand aufzurücken. Wir fragen bei dem Wahl-Berliner nach, der in der vergangenen Jahren als Schiedsrichter auf sich aufmerksam machen konnte, die Arbeit der Regel- und Schiedsrichterkommission (RSK) vorantreibt und im Betreuerstab des Damen-Nationalteams aktiv ist.

Sebastian Döring, herzlichen Glückwunsch zum Interimsvizepräsidentenposten! Was bedeutet ein solcher “Titel” für dich?

Vielen Dank, aber ehrlich gesagt bedeutet so ein Titel nichts. Sonst hätte ich mich, bei der Personallage der letzten Jahre, sicher früher darum bemühen können. Es geht vor mir vor allem um die Arbeit, die zu tun ist.

Kontakt zum Vorstand hinsichtlich einer möglichen Mitarbeit gab es ja schon länger. Warum hast du dich nun relativ spontan entschieden, bis zur Delegiertenversammlung am 11. Juli die Rolle des Vizepräsidenten auszufüllen?

Das ist richtig. Ich wurde im Vorfeld der letzten Delegiertenversammlung in Schriesheim angesprochen, habe aber damals noch abgelehnt. Trotzdem war ich durch meine Tätigkeit beim Damen Nationalteam und in der Regel- und Schiedsrichterkommission (RSK) häufig mit dem Vorstand in Kontakt und bin von deren Arbeit überzeugt. Durch den plötzlichen Rücktritt von Elke Scholz ist aber eine neue Situation entstanden, die große Unruhe mit einer neuen Kandidatensuche hätte bringen können. Da es bis zur nächsten DV nicht mehr weit hin ist, sollte genau das aber vermieden werden. Aus diesem Grund bin ich spontan eingesprungen.

Stehst du auch über die Zeit nach dem 11. Juli für eine Aufgabe im Vorstand zur Verfügung?

Das ist noch nicht endgültig absehbar. Momentan ist nur der geschäftsführende Vorstand besetzt und kein erweiterter, der auch noch andere Möglichkeiten bietet. Wir werden uns sicher zusammensetzen und gemeinsam mögliche Tätigkeitsfelder erörtern, die dann auch zu mir passen müssen. Danach kann eine Entscheidung gefällt werden. Ich werde aber auf jeden Fall weiter im Verband tätig sein.

Welche Ziele willst du mit der Vorstandsarbeit erreichen?

Ich möchte in der kurzen Zeit vor allem die bisherigen beiden Vorstandsmitglieder Manuela Wagener und Martin Günther soweit wie möglich unterstützen, sodass alle Arbeiten bis zur DV weiterlaufen und zufriedenstellend abgeschlossen werden können. Von der RSK-Arbeit kann und will ich mich so umgehend aber nicht lösen, sodass dort mein Hauptbetätigungsfeld bleibt.

Wo siehst du den Verband Floorball Deutschland in fünf Jahren und was kannst du konkret auf diesem Weg beitragen?

Das halte ich für eine sehr hypothetische Frage in der jetzigen Phase, in der der Verband eine große Krise größtenteils gerade hinter sich hat, aber dennoch weiter daran kränkelt. Es kann also in alle Richtungen gehen. Ich hatte bei vielen Gesprächen im Hintergrund das Gefühl, dass in den letzten Jahren zu viel gegeneinander gearbeitet wurde – sei es bewusst oder unbewusst. Jeder Vertreter im Verein, Landes- oder Bundesverband macht sich Gedanken und hat Ideen. Schaffen wir es, uns ganz unvoreingenommen über diese Ideen auf jeder Ebene auszutauschen, ohne dass jemand nur seine Ideen durchbringen will, weil sie von ihm selbst stammen, dann machen wir einen guten Schritt voran. Wenn dann noch die bestehenden Strukturen akzeptiert und eingehalten werden, sehe ich uns auf dem richtigen Weg. Ich selbst möchte weiter im Hintergrund arbeiten und dazu beitragen, dass wir die vielen Ideen sortieren und umsetzen können.

 

 

Foto: Elke Scholz

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