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UHC Weißenfels: Mit One-Touch-Floorball zum Titel 4

Im Gegensatz zum zweiten Finalspiel fällt die Abtastphase scheinbar aus: Wernigerodes erste Reihe macht genau da weiter, wo sie am Samstag aufgehört hat und bleibt brandgefährlich. Piittisjärvi von hinter dem Tor auf Kuittinen, 1:0. Direkt im Gegenzug nimmt sich Schlevoigt den Fernschuss, Siede staubt ab, Ausgleich. Wernigerode zeigt sich jedoch unbeeindruckt und erhöht durch Piittisjärvi auf 2:1. Weißenfels offenbart nun deutliche Mängel in der Abwehr, ist nach vorn jedoch weiterhin ideenreich: Nach einem Doppelpass hinter dem Tor legt Naumanen für Eskelinen auf, erneuter Ausgleich. So langsam beruhigt sich die Partie ein bisschen, nach knapp zehn Minuten setzt es die erste Zeitstrafe, Thomas Händler darf sich zwei Minuten ausruhen – dachte er zumindest: Stattdessen nimmt sich Piittisjärvi direkt den ersten Schuss und bringt Wernigerode zum dritten Mal mit einem Tor in Führung, Weißenfels also nach nur zehn Sekunden wieder vollständig. Von nun an ist das Spiel aber mehr und mehr unter Kontrolle der Weißenfelser, der Ansturm der Devils scheint vorerst überstanden. Folgerichtig fällt wieder der Ausgleich, Marke Traumtor: Die erste Reihe des UHC spielt One-Touch-Floorball durch die gesamte Abwehr Wernigerodes. Nachdem jeder Spieler mal am Ball war, darf am Ende Harri Naumanen am langen Pfosten einschießen und es geht mit einem 3:3-Unentschieden in die erste Pause.

Das zweite Drittel ähnelt deutlich mehr dem gestrigen Spiel, die ersten zehn Minuten verstreichen mit wenigen eindeutigen Torchancen. Generell scheint die nun langsamere Spielweise dem UHC besser zu liegen als Wernigerode. Nach einer langen Phase des Ballbesitzes legt Naumanen aus der Mitte auf Eskelinen ab und Weißenfels geht zum ersten Mal im Spiel in Führung. Dem bisher eher unauffälligen Ramon Ibold wird es damit scheinbar endgültig zu bunt: Er schnappt sich den Ball an der rechten Bande höhe Mittellinie und knallt das Ding in den Winkel. Statement gesetzt, dazu der Ausgleich, mal wieder. Nach 32 Minuten muss mit Bastian Einecke dann auch der erste Wernigeröder auf die Strafbank. Weißenfels lässt den Gegner lange laufen, schließlich jagt Sascha Herlt den Ball aus zentraler Position per Schlagschuss in die Maschen. Wernigerode ist jetzt aber wieder deutlich besser im Spiel und kann sich ein weiteres Überzahlspiel erarbeiten. Dies verläuft allerdings alles andere als geplant: Weißenfels hält dem Druck stand und kann nach 60 Sekunden erfolgreichen Boxplays sogar per Shorthander durch den starken Eskelinen auf 6:4 erhöhen. In der letzten Minute des Drittels fällt auch noch das 7:4, Böttcher kontert mit Herlt und findet diesen per Querpass. Wie gestern muss Wernigerode also in 20 Minuten eine Drei-Tore-Führung aufholen.

Die ersten zehn Minuten des Schlussdrittels verlaufen überraschend ereignislos. Die Spannung ist zwar greifbar, auf den Statistikbögen passiert aber nichts. Wernigerode rennt an, kommt aber nicht zu eindeutigen Torchancen. Weißenfels dagegen läuft scheinbar auf Sparflamme, macht hinten dicht und vorn nur das nötigste. Als der UHC dann auch noch eine Unterzahl relativ problemlos übersteht, bricht die Spielfreude wieder durch: Nordh zeigt mehrere Zorrotricks und Eskelinen spielt Pässe aus der Drehung auf engstem Raum. Nach knapp 55 Minuten schießt dann Böttcher das 8:4 nach Vorlage von Siede. An diesem Punkt scheint das Spiel schon entschieden zu sein. Kuittinen verkürzt zwar noch einmal, der UHC kontert allerdings umgehend durch Herlts drittes Tor des Tages. Die Herausnahme des Torhüters bringt einen weiteren Treffer durch Kuittinen ein, doch wieder antwortet Weißenfels umgehend, diesmal durch Nordh – das Spiel endet mit 10:6 und Weißenfels ist damit zum 11. Mal deutscher Meister.

Überragende Spieler auf Weißenfelser Seite waren heute insbesondere Harri Naumanen und Jarmo Eskelinen, aber auch der junge Martin Brückner zeigte im Tor eine starke Leistung. Auf Seiten Wernigerodes spielte Juha-Pekka Kuittinen eine gute Partie, wie schon gestern muss man sich aber auf Seiten der Devils die Harmlosigkeit der zweiten Reihe vorwerfen lassen, die bis auf einen Lattenschuss Robert Müllers keinerlei Gefahr ausstrahlte.

Wir verabschieden uns mit unseren Glückwünschen an beide Finalisten von der Großfeldsaison 2014/2015, es stehen vor der Sommerpause nur noch die Stena Line Deutschen Meisterschaften im Kleinfeld an.

 

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Text: Tilmann Gebhardt

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