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„Konkurrenzkampf wie er sein sollte“ 0

Am Samstag, den 12. September, trifft die deutsche Floorball-Nationalmannschaft in der RAIFFEISEN unihockeyARENA in Urtenen-Schönbühl nahe Bern auf die Schweiz. Das Länderspiel ist Teil eines Trainingslagers, welches den Auftakt für die direkte Vorbereitung für die WM-Qualifikation im Februar 2016 darstellt. Im November wird das Team an einem Vier-Nationen-Turnier in Dänemark teilnehmen und, sofern möglich, im Winter noch eine weitere Maßnahme umsetzen. Bundestrainer Philippe Soutter stand floorball.de zu einem Interview bereit:

Philippe Soutter, warum sind Länderspiele gegen einen Top-Gegner wie die Schweiz wichtig?

Für mich war eine der wesentlichsten, aber auch erfreulichsten Erkenntnisse der letzten WM, dass die Nationen zwischen Rang fünf und zehn der Weltrangliste einerseits immer näher an das Niveau der großen Vier heranrücken. Genau so wie in diesen Nationen der “zweiten Stärkeklasse” in allen Verbänden eine gewisse Dynamik entstanden ist. Der Vergleich mit einer Top-4-Nation ist also ein idealer Abstandsmesser: Wo und wie viel fehlt uns denn noch? Und das wird ein echter Gradmesser, da wir unmittelbar vor diesem Länderspiel noch einige Trainingseinheiten haben werden.

Mit welchen Zielen gehst du in eine solche Partie?

Beim letzten Aufeinandertreffen mit der Schweiz, hatten wir zwar an der WM 2012 ein gutes Turnier gespielt. Wir waren aber nach dem langen Turnier völlig erschöpft. Deutsche Spieler sind sich im Gegensatz zu den Allerbesten mit deren Meisterschaftsrhythmus natürlich diese Intensität nicht gewöhnt. Ich bin persönlich recht neugierig darauf, wie wir uns gegen die Eidgenossen nun einigermaßen frisch schlagen werden. Es wird ja niemand von mir hören wollen, dass der Sieg das Ziel sein muss. Aber Tore werden wir schon schießen wollen. Oder möglichst gut mitspielen, könnte man auch formulieren.

Wie würdest Du das aktuelle Aufgebot beurteilen?

An diesem Wochenende geht es sicher darum, dass wir nachher einen Großteil des WM-Qualifikations-Kader fixieren können. Es sind einige neue Spieler, vor allem aus der ehemaligen U19 erstmals dabei. Die können sich jetzt zeigen. Ich habe mit ehemaligen Spielern aus der U19, sei es aus der WM in Weißenfels, wie auch aus Hamburg, beste Erfahrungen gemacht. Und wenn ich mir das Aufgebot anschaue, dann zaubert mir diese ein glückseliges Grinsen in mein Gesicht. Das Leistungsniveau wird sicher immer dichter. Der Konkurrenzkampf für das WM-Kader wird nun langsam so hart, wie er eigentlich sein sollte.

Du hast also ein gutes Gefühl im Hinblick auf die WM-Qualifikation?

Sicher. Ganz entschieden. Unbedingt. Ich war ja – das hat einige Außenstehende etwas überrascht – mit der letzten WM in Schweden grundsätzlich genauso zufrieden, wie mit dem umjubelten vierten Rang zuvor. Man muss schon sehen, dass wir in Göteborg das jüngste und deutscheste Team aller Zeiten hatten. Für mich war diese WM nur die Basis für eine wirklich nachhaltige Entwicklung in Richtung Rang fünf der Weltrangliste. Für meine Begriffe sollten wir schon bei der WM-Qualifikation die Früchte für diese Arbeit ernten können.

Also eitel Sonnenschein bei der Herren-Nationalmannschaft?

Ich sprach eben nur vom sportlichen Teil. Strukturell muss sich der Verband noch massiv weiterentwickeln. Da sind beispielsweise die Dänen oder die Letten deutlich weiter. Das hat natürlich maßgeblich mit den finanziellen Mitteln zu tun. Da sind wir zwar mittlerweile erfreulicherweise unter dem Dach des DOSB. Davon konkret gespürt habe ich aber noch gar nichts. Kein Drama. Solche Mühlen mahlen nun mal nicht im Höchsttempo. Aber der sportliche Erfolg ist in der Zukunft nur mit stabilen, strukturellen Leitplanken möglich.

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