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Über Finanzen, Umweltfreundlichkeit, Diversität und überraschende Wahlkandidaten | DV 2021

Am Sonntag, den 05.09. fand die Ordentliche Delegiertenversammlung des Floorball-Verbands Deutschland an – erstmals in digitaler Form. Mit neuer Software für die Durchführung von (geheimen) Wahlen in der Tasche, standen Berichte und deren Aussprache, Vorstandsentlastungen, Änderungsanträge und Neuwahlen zu einigen Ämtern auf der Tagesordnung.

Die Kassenberichte. Als einer von zwei Kassenprüfern stand Sven Petersen ein paar aufkommenden Rückfragen Rede und Antwort. Er hatte den Bericht für das Jahr 2018 vorlegt und sah für die darauffolgenden, noch ausstehenden Jahre eine Verbesserung der Prüfung durch Weichen, die im Vorstand in den letzten Jahren gestellt wurden. Für die Kassenjahre 2019, 2020 stellt der noch gewählte Vorstand eine mögliche Prüfung bis Jahresende in Aussicht, um für Mitte 2022 wieder mit dem Kassenjahr gleichauf zu sein. Der Vorstand wurde anschließend für das Kassenjahr 2018 einstimmig entlastet.

Eingereichte Anträge. Durch Abstimmungen wurden Lücken in den Zuständigkeitsregelungen bei Anti-Doping-Belangen in der Satzung geschlossen, die Kilometerpauschale zur Reisekostenerstattung mit Privat-PKW der gesetzlichen Regelung angeglichen und die Bekennung zu Diversität und Gleichstellung in den Verbandszweck verankert. Eine zukunftsweisende Satzungsänderung war die generelle Aufnahme der Möglichkeit, ein Delegiertenrecht auf elektronischem Wege ohne Anwesenheit am Versammlungsort auszuüben. Diese Regelung galt bisher ausschließlich für 2021 und war bis dato an die Laufzeit des GesRuaCOVBekG (Covid-19-Gesetz) gebunden und drohte auszulaufen. Die war ein wichtiger schritt um die Arbeit eines förderal strukturierten, bundesweit agierenden Verbandes wesentlich zu erleichtern. Das Amt des Schatzmeisters wurde in eine zweite Vizepräsidentenstelle geändert. Aufgrund vergangener Schwierigkeiten, die Stelle zu besetzen wurden infolgedessen viele Finanz-Angelegenheiten zum Steuerberater ausgelagert und soll dem Vorstand so eine freiere Aufgabenzuteilung ermöglichen. Der einzige abgelehnte Antrag befasste sich mit der Amtszeit des vertretungsberechtigten Vorstandes (Präsident und die Vizepräsidenten). Eine Verdopplung von zwei auf vier Jahre sollte mehr Stabilität und Kontinuität, sowie langfristigere Strategieplanung und deren Umsetzung für den Vorstand ermöglichen. Wohl aber wegen Bedenken einer längeren, erforderlichen Bindung und möglicher höherer Schwierigkeit die Stellen zu besetzen, bekam der Antrag mit 61 Stimmen nicht die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit von 78 Stimmen. Ein Antrag des Floorballverbands Bayern zielte auf eine stärkere Verankerung des Diversitätsgedanken im geschäftsführenden Vorstand. Im Falle von Wahlvorschlägen von nicht-männlichen Kandidaten, wird nun durch die Satzung eine dringende Empfehlung ausgesprochen, den vertretungsberechtigten geschäftsführenden Vorstand auch mit mindestens einem nicht-männlichen Mitglied zu besetzen. Ein zurückgezogener Antrag des Floorballverbands Bayern wurde als Arbeitsauftrag dem zukünftigen Vorstand mitgegeben. Zu diesem Antrag führte eine Diskussionsrunde über die ökologische Sinnhaftigkeit der angepassten Reisekostenerstattungs-Pauschale aufgrund des zeitlichen Rahmens zu keinem Ergebnis. Gute zweieinhalb Stunden vergangener Sitzungszeit schrien förmlich nach einer Pause, bevor es mit dem wohl aufmerksamkeitsreichsten Ordnungspunkt schlechthin weiterging.

Die Wahlen.  
Wahl I: Präsident:in 
Bis zu diesem Zeitpunkt war im Vorfeld kein einziger Anwärter auf die frei werdende Position bekannt. Man schien sichtlich verblüfft, als dann doch sogar zwei Personen vorgeschlagen wurden, die auch eine Wahlannahme erklärten: Ex-Herren-Bundestrainer Remo Hubacher und zu diesem Zeitpunkt als Vorstandsmitglied (Interims-Schatzmeister) tätiger Michael Volling. Per Stichwahl erhielt Remo Hubacher am Ende mehr Stimmen und wurde vom ehemaligen Präsidenten Jan Hoffmann beglückwünscht.

Wahl II: Vizepräsident:in 
Hier waren die meisten Delegierten durch das im Vorfeld veröffentlichte Interview bereits über die Kandidatin Leonie Buhl im Bilde: Sie wurde vorgeschlagen, einstimmig gewählt und ist fortan Vizin. 

Wahl III: Vizepräsident:in 
Daniel Kehne, aber auch erneut Michael Volling wurden vorgeschlagen. Jedoch erklärte Michael, für eine erneute Wahl nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Dementsprechend zügig verlief die folgende Wahl. Einstimmig gewählt und fortan Vize: Daniel Kehne. 

Wahl IV: weitere Vorstandsmitglieder 
Heiko Jassmann und Elke Scholz wurden vorgeschlagen und erklärten ihre Bereitschaft die Wahl anzunehmen. Auch Ronald Siegmund wurde vorgeschlagen, erklärte aber, dass er für das Amt nicht bereitstehen würde. Beide Kandidaten besitzen seit vielen Jahren Erfahrungen in der Verbandsarbeit und waren vor einiger Zeit bereits in Vorstandsfunktionen tätig. Daraufhin fragten einige erfahrene Delegierte nachdenklich nach den Beweggründen beider Kandidaten, welche annähernd beantwortet wurden. Die Wahl, je einzeln, spiegelte die Verwunderung wider, führte aber zum Ziel der Wahlaufstellung: Gewählt – und zwar beide! 
Michael Volling hingegen, von dessen Wiederaufstellung man unter den Delegierten ausgegangen war, ließ eine erneute Kandidatur verneinen. Der Wahlgang war damit abgeschlossen.  

Wahl V und VI: Kassenprüfer und Ersatzkassenprüfer 
Sven Petersen trat erneut zur Wahl an. Einstimmig gewählt, die Wahl angenommen und für weitere zwei Jahre Kassenprüfer. Ebenso fand sich ein Vorschlag für den Ersatzkassenprüfer. Silke Hager aus dem Floorball-Verband Bayern wurde ebenso einstimmig gewählt. 

Verschiedenes. Die letzte Tagesordnung wurde mit der Frage nach einer Kommissionsordnung und einem Appell gefüllt. Der Floorballverbands Bayern zielte mit seiner Frage auf eine Feststellung der Strukturen und Richtlinien für Handlungskompetenzen der Kommissionen hinaus. Eine letzte Fassung sei in den Jahren 2013 im Einsatz gewesen, aktuell ist aber keine Kommissionsordnung in Kraft, hieß es. Eine Aktualisierung und Wiedereinführung dieser wurde gewünscht. Der Appell seitens des Floorballverbands Sachsen-Anhalt pochte auf eine zeitnahe Veröffentlichung der Ergebnisse der Vorstandswahlen. 

Foto: Gabriel Benois (Unsplash)

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