Nach den sehr erfolgreichen Länderspielen am ersten September-Wochenende in Dresden äußert sich Cheftrainer Philippe Soutter zur Lage der Equipe. In der Margon-Arena wurde in Vorbereitung auf die Floorball-WM im Dezember in der Schweiz das Nationalteam Polens zweimal besiegt.
Mit welchen Zielen wurde in die Spiele gegen die Polen gegangen?
Wir hatten das klare Ziel, die Mannschaft bezüglich Aggressivität und vor allem Mut weiterzuentwickeln. Wir wollten die beiden Spiele nicht einfach nur gewinnen, wir wollten Hausaufgaben machen. Das Team zeigt jedes Mal aufs Neue eine ausgezeichnete Lernbereitschaft. Wir wollten in Dresden mutiger und entschlossener werden, in bestimmten Situationen Bälle gewinnen und Risikobereitschaft lernen.
Wie zufrieden bist du mit den Partien? Konnte das erwartete abgerufen werden?
Ich bin hoch zufrieden. Im ersten Match mussten wir lernen, dass es so etwas wie "ein bisschen Mut" haben, eben nicht gibt. Entweder man hat den Mut oder nicht. Und dieser konsequente Mut hat im ersten Match gefehlt und durch diese Halbherzigkeiten entstanden immer wieder Löcher, welche die aus meiner Sicht erfreulich starken Polen ausnützten. Im zweiten Spiel hatten wir daraus gelernt und zudem auch beim Sekundärziel, nämlich die gegnerische Defense besser zu verstehen und durchschauen zu können, große Fortschritte erzielt.
Was sind die nächsten Aufgaben für die Mannschaft bis zur WM?
Momentan ist die WM-Vorbereitung und die WM an sich für zu viele der jungen Spieler schlicht nicht finanzierbar. Wir haben in diesen Tagen eine Task-Force aus dem Kreis der Mannschaft gebildet, um es zu ermöglichen, dass dieses Team auch in dieser Konfiguration an der WM in der teuren Schweiz teilnehmen kann. Momentan ist dies nicht der Fall und ich hätte persönlich allergrößte Mühe dies zu akzeptieren.
Wo sind derzeit noch Schwachstellen im Spiel der Mannschaft?
Ich würde mir sicher wünschen, dass wir noch einige Spieler auf dem aktuellen Niveau des Kaders der Nationalmannschaft finden würden. Das ist nicht so einfach, da ich das Bundesligageschehen nur aus dem Tessin mitverfolgen kann. Solche wie Nils Knothe, der sich bei diesen Spielen menschlich und spielerisch sofort bestens ins Team integriert hat.