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Andrea Gerdes – Frust und Freude 0

Heute soll ihr Tag sein. Floorball-Nationalspielerin Andrea Gerdes aus Zscherben bei Halle/Saale hofft, dass sie am Abend zum Einsatz kommt. Bei der Weltmeisterschaft in Tschechien steht Deutschland im Viertelfinale und gehört damit erstmals seit zehn Jahren wieder zu den besten acht Teams. Nach Vorrundensiegen gegen Kanada (14:0), Japan (6:3) und Dänemark (3:2) schalteten die deutschen Frauen Russland im Achtelfinale mit 2:1 aus. Nun geht es um 20 Uhr gegen die Schweiz, Weltmeister von 2005.

Ganz Zscherben wird der Schwester des erfolgreichen Bundesliga-Radballers Michael Gerdes (31), deutscher Meister von 2009, die Daumen drücken. „Meine Familie verfolgt die WM über einen Internet-Livestream. Am Dienstag haben sie mich aber leider nicht spielen sehen“, erzählt Gerdes.

Der Grund: Bundestrainer Simon Brechbühler (Schweiz) setzte sie nicht ein. Dafür sahen sie ihre Eltern Gerhard und Edda am vergangenen Samstag live in Aktion. „Sie waren beim Auftaktspiel gegen Kanada da, fuhren dann zum Radball-Weltcupfinale, das zufällig am gleichen Tag auch in Brünn stattfand und reisten am Sonntag zu einem Schülerturnier in Österreich, wo unser U-15-Duo gewann.“

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Andreas Gerdes (2. von rechts) auf der Bank.

 

Bei Gerdes dauerte es etwas länger, bis sich richtige Freude über das Weiterkommen einstellte. Die Studentin, mit 28 Jahren eine der ältesten im jungen Team, saß ab Mitte des dritten WM-Spiels auf der Bank – und schmollte. „Natürlich hat mir das nicht geschmeckt und ich glaube, das hat man mir deutlich angesehen“, gab sie zu.

 

Dabei wollte sie der Coach nur schonen. „Wir haben noch einige Partien vor uns. Da habe ich Andrea zunächst eine Pause gegeben.“ Gegen Russland plante er sie als Joker auf der Flügelposition. „Aber am Ende musste hier die Defensive halten, weswegen ich sie nicht mehr einsetzte.“

 

Gegen die Schweiz und in den folgenden Platzierungsspielen soll Gerdes wieder auf dem Feld stehen. Immerhin hat sie als eine der wenigen reichlich Auslandserfahrung vorzuweisen. Für ihr Business-Management-Studium ging sie 2007 für vier Jahre nach Finnland, schaffte es dabei bis in die zweithöchste Liga. „In Finnland ist Floorball Volkssport“, betont Gerdes.

 

Nach erfolgreichem Abschluss probierte sie ihr Glück in der Schweiz, wo sie im strategischen Einkauf arbeitete und parallel in der Nationalliga A auflief. Und das, obwohl sie erst mit 15 Jahren mit diesem Sport begann. Im vergangenen August kehrte Gerdes wieder nach Finnland zurück, um ihren Master zu machen. „Dort spiele ich jetzt mit Madeleine Heiskanen, die ich während meines Jahres beim UHC Weißenfels kennenlernte, in einem Team.“ Die Freundin verschlug die Liebe in den Norden.

 

Höchstwahrscheinlich wird gegen die Schweiz nichts zu holen sein, weiß Gerdes. „2:16 und 2:10 unterlagen wir im Sommer bei zwei Testspielen.” Dennoch, für ihren Traum, am WM-Sonntag, ihrem 29. Geburtstag, in einem der drei Endspiele um die Ränge eins bis sechs zu stehen, dafür wird sie ab jetzt das Letzte aus sich herausholen.

Fotos: Thomé/E. Scholz

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