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Pauline Baumgarten (Foto) vom UHC Weißenfels ist einmal mehr tragische Figur bei der diesjährigen Frauen-Weltmeisterschaft. Im ersten Spiel der Platzierungsrunde um die Ränge fünf bis acht gegen Norwegen knallte die 19-Jährige Flügelstürmerin am Freitagabend nach achteinhalb Minuten bei einem Angriffsversuch im gegnerischen Slot mit einer Kontrahentin am Kopf zusammen. Zunächst schien sie weiterspielen zu können, kühlte die Stirn mit Eis und kam weiter zum Einsatz. Doch in der ersten Pause brach sie in der Kabine zusammen und wurde mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht.

Deutschland unterlag Norwegen letztlich klar 1:7 (0:1/1:1/0:5). „Etwas zu hoch“, wie Laura Neumann vom UHC Weißenfels empfand. „Nach dem 1:4 wurde eben einigen klar, dass es ganz schwer werden wird, das Ding noch einmal zu drehen. Da schlichen sich dann Leichtsinnsfehler ein. Pauli und später auch Anne-Marie Mietz haben uns zudem gefehlt“, so die WM-Tagebuchautorin von floorballmagazin.de.

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Bundestrainer Simon Brechbühler und Laura Neumann.

„Gegen eine der Top-Fünf-Mannschaften kann man verlieren. Wir haben zwei Drittel ordentlich gegengehalten, dann fehlte sicherlich etwas die Kraft“, sagte indes Kapitän Franziska Mietzsch (Reform Magdeburg) im Interview mit Floorball Deutschland (FD), die sich wie ihre Teamkolleginnen sehr über die lautstarke Unterstützung einer kleinen Gruppe von tschechischen Volenteers freute.

„Wir wissen nicht genau, was mit Pauline und Anne-Marie ist. Beiden geht es aber besser“, versicherte Bundestrainer Simon Brechbühler gegenüber FD kurz nach der Partie. Mietz sei mit dem Fuß umgeknickt und hatte Schmerzen. Brechbühler: „Wir haben sie dann rausgenommen und geschont. Ich denke, gegen Polen kann sie wieder spielen.“

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Frankziska Kuhlmann, beste deutsche Spielerin (3. v. rechts), wurde von FD-Generalsekretär Michael Lachenmaier (2. v. r.) geehrt.

Das erste Drittel endete mit 0:1. Deutschland, agierte wie von Brechbühler angekündigt defensiv eingestellt und lauerte auf Kontermöglichkeiten. Es gab nur wenige Höhepunkte. In der 5. Minute sprintete Sara Patzelt (Weißenfels) in einen norwegischen Passversuch an der Mittellinie, konnte ihren Ballbesitz aber nicht verwerten. Genau 59 Sekunden später kam Madeleine Heiskanen (Joutsenon Kataja/Foto) zu einem Sololauf auf der rechten Seite, der ebenso ohne Abschluss endete.

Deutschland wirkte ähnlich wie in einigen Vorrundenpartien nervös, gab im möglichen Spielaufbau einige Bälle her. Einen Gegenzug nutzte Norwegen dazu, um sich mit Geduld zu ordnen. Mit einem Schuss aus der rechten Halbdistanz brachte Mia Osterhaug ihr Team in Führung (10. Minute).

In der Folge blieb Norwegen bestimmend, aber Deutschland kam zu Möglichkeiten. Andrea Gerdes (Joutsenon Kataja) schickte mit einem Pass Franziska Kuhlmann (Igels Dresden), später zur besten deutschen Spielerin gekürt, auf den Weg, die auf Heiskanen nach rechts vorm Tor abgab. Doch deren Schussversuch wurde von der Torhüterin vereitelt (12.).

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Andrea Gerdes (vorn) und Madeleine Heiskanen.

Ebenso toll anzusehen der lange Bandenpass von Katja Leonhardt (Weißenfels) auf Vereinskollegin Patzelt, die im vollen Lauf links aufs Tor zog, dabei geschickt in den Rücken der Abwehr spielte. Baumgartens Schussversuch war aber wohl aufgrund ihres vorherigen Zusammenstoßes zu harmlos.

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Der Ausgleich zum zwischenzeitlichen 1:1.

Nach der Pause hatten die deutschen Mädels eine weitere Motivation. Neben der zu Hause gebliebenen Katja Timmel (Fußbruch) galt es nun auch für Baumgarten zu spielen. Der Ausgleich ließ nicht lange auf sich warten. Heiskanen erkämpfte sich den Ball an der linken Bande im Feld der Norwegerinnen, sprintete aufs Tor los, bewahrte dabei Übersicht, legte quer auf die mitgelaufene Kuhlmann ab, die zum 1:1 vollendete (24. Minute).

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Nur einmal durfte Deutschland gegen Norwegen über ein Tor jubeln.

Doch Norwegen antworte prompt und legte nur knappe zwei Minuten später das 2:1 vor. Zwischenzeitlich rettete Indra Reck (Weißenfels) im Tor der Deutschen wieder einige Mal vor einem noch höheren Rückstand verhindert. Vorn setzte sich erneut Patzelt in Szene, die ein Ball eroberte. Ihr anschließendes Zuspiel hämmerte sie knapp über das Tor (24.). Patzelt versuchte es danach selbst, schoss flach ebenfalls nur knapp am Gehäuse vorbei.

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Indra Reck bewahrte ihr Team vor weiteren Gegentoren.

Nun bekam Deutschland, dass gestern mit seiner Blumen-Dankeschön-Aktion einige Herzen eroberte, Unterstützung von den tschechischen Volunteers, die sich mit „Deutschland, Deutschland“-Rufen lautstark bemerkbar machten. Allerdings half dies bis zur nächsten Pause nichts, obwohl es eine zweiminütige Überzahl aufgrund einer Zeitstrafe gegen Norwegen gab (28.).

Im dritten Drittel versuchten die fünf einheimischen Jungs die spärliche Kulisse zu einer Laolawelle zu animieren. Sie gaben weiter Gas, der Funke wollte aber nicht so wirklich aufs Feld überspringen. Stattdessen das 1:3, nachdem eine Norwegerin rechts durchbrach (42.). Und spätestens mit dem 1:4 war der Wille gebrochen, so dass es bis zum Ende nur noch wenige gute Aktionen von Deutschland zu sehen gab. Dennoch gab es am Ende keine hängenden Köpfe und nun soll am Samstagmorgen ein Sieg gegen Polen im Spiel

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Dank an die deutschen Fans.

Fotos: Tim Fohrmann

Statistik GER – NOR

FD-Fotogalerie von Tim Fuhrmann

FD-Interview mit Bundestrainer Simon Brechbühler

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