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„Bei der WM sind wir die jamaikanische Cool-Runnings-Mannschaft“ 0

Am ersten November-Wochenende testen nicht nur die Herren (siehe http://www.floorball.de/2017/11/die-daenemark-laenderspiele-sind-ein-wichtiger-baustein/), sondern auch die Damen. Das Team von Bundestrainer Simon Brechbühler nimmt an der ersten Auflage des neuen Sechs-Nationen-Turniers im slowakischen Nitra teil. Wir sprachen mit ihm zum Stand der Vorbereitungen und über seine Ziele für die WM, die in der ersten Dezember-Hälfte in Bratislava, also wiederum in der Slowakei, bevorsteht.

Simon, viele der in Deutschland spielenden Damen mussten sich in den vergangenen Jahren mit ihren Teams in Herren-Ligen beweisen. Inwiefern hat dies das Spiel deiner Mannschaft eigentlich verändert?
Wir machen seit Jahren Erfahrungen damit, da viele Spielerinnen von uns in Herren-Teams mitspielen um überhaupt Spielpraxis sammeln zu können. Nun spielten erstmals komplette Frauenteams in Männerligen mit. Auf Grund der fehlenden Konkurrenz und Meisterschaft im Damen-Betrieb überlebensnotwendig. Erstaunlicherweise ist es schwierig einzelne Veränderungen auszumachen, wie zum Beispiel besseres Körperspiel oder schnellere Entscheidungen. Wie bereits früher machten einzelne Spielerinnen in den letzten zwei Jahren deutliche Fortschritte, andere stagnierten oder machten gar Rückschritte.
Nun existiert seit Saisonbeginn die Damen-Bundesliga wieder. Was erwartest du dir mittelfristig von diesem Schritt?
Für mich es zwingend notwendig, dass sich die Spielerinnen in Deutschland regelmässig miteinander messen können. Nur so kann eine Mannschaft sich entwickeln und Fortschritte machen. Man braucht einen reellen Wettkampf am Besten mit einigen konkurrenzfähigen Teams. Aus diesem Grund begrüsse ich auch die Bildung der Liga. Ich hoffe auch, dass der Schritt eine gewisse Nachhaltigkeit mit sich bringt. Mittelfristig würde ich mir wünschen, dass man sich auf eine „Pflichtteam-Regelung“ im Nachwuchsbereich einigen kann. So könnte man eine gewisse Nachhaltigkeit garantieren. Auch bräuchte es endlich eine klare Bekenntnis im Frauen-Bereich zu einem Aufbau eines sinnvollen Unterbaus auf Auswahlebene. Die fehlt aktuell.
Konkret zum Turnier am Wochenende: In der Vorrunde trefft ihr auf Norwegen und Dänemark was ist da drin? Und wie steht es im Allgemeinen um die Ziele für dieses erste 6-Nationen-Turnier?
Wir können klar von unserer aktuellen Position in der Weltrangliste profitieren und können so noch stärkeren Gegnern in der Gruppe ausweichen. Ich habe beide Teams lange nicht gesehen. Norwegen verfügt über starke Juniorinnen, werden allerdings nicht sehr eingespielt sein. Bei Dänemark ist Di Nardo in Hochform und wird ihr Team erneut gefährlich anführen. Es werden zwei Spiele auf Augenhöhe werden. Wir wollen die Halbfinals erreichen.
Inwiefern dürfte sich der Kader bis zur WM noch verändern?
Der Kader wird sich bis zur WM nur noch minimal verändern.
Was sind deine Ziele für das Turnier im Dezember im slowakischen Bratislava?
Die Zielsetzung hängt stark vom aktuellen Turnier ab. Wir waren zuletzt nicht ganz zu frieden mit dem Leistungsstand einiger wichtiger Spielerinnen. Wurden die Hausaufgaben gemacht liegt sicherlich mehr drin, als wenn wir nicht in unserer besten Form antreten können. Wir sind jedoch zuversichtlich.
So oder so. Ich sehe uns für das WM-Turnier als die „jamaikanische Cool-Runnings-Mannschaft“ der Top 10 Teams. Wir werden unseren alten Bob an den Start schieben im Wissen gegen stärkere, moderne und besser strukturiertere Mannschaften antreten zu müssen. Aber auch ein alter Bob findet den Weg ins Ziel und mit eisernem Willen und harter Arbeit  versuchen wir den widrigen Umständen entgegenzuhalten und das Beste aus uns herauszuholen.

 

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